Sonntag, 26. März 2017 19:01

Sportler/-in und Trainerin des Jahres 2016

geschrieben von  Uwe Veltrup

Deutscher Schere-Keglerbund e.V.

 

 

 

 

Deutscher Kegler- und Bowlingbund

Uwe Veltrup

In den „geraden“ Jahren zählen die U18- und U24-Weltmeisterschaften zu den kegelsportlichen Höhepunkten auf Schere-Kegelbahnen. Deutschlands Kegelsporttalente sowie Trainerinnen und Trainer aus dem Nachwuchsbereich zählen dann zu den Favorit(inn)en bei den Wahlen zur Sportlerin, zum Sportler und zur Trainerin des Jahres. So war es auch dieses Mal: Svenja Lambert und Robert Heinichen wurden nicht zuletzt wegen ihrer weltmeisterlichen Leistungen im belgischen Eupen gewählt. Mittendrin statt nur dabei: Bettina Janson als Trainerin des Jahres im DSKB. So sehen Sieger aus...

 

Svenja Lambert - Schere-Kegelsportlerin des Jahres

Das Runde muss ins Eckige – die Schere-Kegelsportlerin des Jahres hat in den vergangenen Jahren auch auf dem Fußballplatz Talent bewiesen. Svenja Lambert kickt in der Regionalliga im Saarland.

Das Runde muss auf die neun kegelförmigen Figuren – die Mitzwanzigerin ist auch beim Kegeln treffsicher: Bei den ersten Kegelschritten wurde sie von ihrer Mutter im ESV Saarbrücken unterstützt. Und die nächsten Schritte in der Leistungsentwicklung erfolgten im Trikot der Kegelfreunde Oberthal. Mit den Keglerinnen aus der saarländischen Kegelsporthochburg gewann sie mehrfach – auch in diesem Jahr – die Meisterschaft und den World Cup. In der Einzeldisziplin stand sie 2016 auf der oberen Etage des Siegerpodiums. Nach dem nationalen Titel bei den „Deutschen“ folgte zum Abschluss ihrer Juniorinnen-Zeit der WM-Einzeltitel.

Allerbeste Voraussetzungen, um ihr nächstes Ziel zu realisieren: Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft der „Großen“. Wenn es dann noch so läuft, wie an dem Tag als sie ihre persönliche Bestleistung erzielte...: 946 wurden nach 120 Würfen – 60 mal „in die Vollen“ und 60 Würfe im Spielmodus „Abräumen“ – angezeigt. In Worten: Neunhundertsechsundvierzig... Die Kegelsport-Experten wissen: Da muss es ganz schön oft „geklingelt“ haben...


Robert Heinichen - Schere-Kegelsportler des Jahres

Münstermaifeld – das klingt nach ländlicher Idylle. Dort ist die Welt noch in Ordnung - vor allem die Kegelsport-Welt. Eine Vier-Bahnen-Anlage – direkt neben einer Schule. Engagierte Kegelsportfreunde wie Hans-Willi-Port, der Schüler bereits zur Grundschulzeit auf die Bahnen „lockte“ und ihnen nicht nur die technischen Grundlagen des Kegelsports, sondern auch den Spaß an dieser umwerfenden Sportart vermittelte. Robert Heinichen kam als Erstklässler durch eine Schulfreundin zum Kegelsport. Ob die Schulfreundin wohl weiß, dass ihre „Entdeckung“ nunmehr zum Schere-Kegelsportler des Jahres gewählt wurde?

2016 war das Jahr des Kegelsporttalentes aus der kleinen Gemeinde an der Mosel, der 2013 nach dem Abitur ein Studium in Düsseldorf aufnahm und seitdem für die Montan Holten Duisburg kegelt. Mit seinem neuen Team, dem auch Einzel-Weltmeister André Laukmann angehört, landete er im vergangenen Jahr den großen Coup: Sie lösten Abonnementmeister Oberthal ab und feierten den Titelgewinn in einer langen Nacht auf der Kegelsportanlage in der Duisburger Sportschule an der Wedau.

Wenige Monate später startete Robert Heinichen, der als Perfektionist selten mit sich zufrieden ist, bei der U24-WM und war dann wohl doch „zufrieden“: Er dominierte das Finale von Beginn an und gewann den angepeilten Einzel-Titel.

Für den 24-jährigen ist Kegeln in erster Linie ein Einzelsport. „Aber ohne eine Mannschaft kann man nie richtig erfolgreich sein“, hat er während seiner Kegelsport-Laufbahn, die bei den Münstermaifelder Stadtmeisterschaften vor 17 Jahren begann, erkannt.

Bettina Janson - Schere-Kegelsport-Trainerin des Jahres

„Kegeln ist ein umwerfender Familiensport!“ Das weiß auch Bettina Janson als Schere-Kegelsport-Trainerin des Jahres 2016. Ihr Mann Jochen ist Vorsitzender des KSV Wetzlar. Die beiden Söhne können ebenfalls mit der Kegelkugel umgehen...

Für einen Kegelsportverein ist eine solche Konstellation ein Glücksfall. Der KSV Wetzlar steht für erfolgreiche und nachhaltige Jugendarbeit, die von Bettina Janson seit elf Jahren als Jugendwartin konzipiert und koordiniert wird.

Mit Ideen und vorbildlichem Engagement hat Bettina Janson es geschafft, dass dauerhaft 15 bis 30 Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren am Jugendtraining teilnehmen. Kooperationen mit einer Grundschule sowie einer Gesamtschule führten zu regelmäßigen Schulprojekten auf den vereinseigenen Kegelbahnen. So wird in Wetzlar kontinuierlich Nachwuchs für den Kegelsport-Nachwuchs gewonnen.

Auf den Kegelbahnen bringt sie den Mädchen und Jungen bei, wie die Kegelkugel gehalten wird, wie die Schrittfolge und die jeweilige Schrittlänge nach der Auftaktbewegung auszusehen hat und vieles mehr.

Und neben den Kegelbahnen lernen die Kegelsporttalente, wie wichtig ein respektvoller, freundschaftlicher Umgang für den Zusammenhalt ist. Vorbildlich beim KSV Wetzlar: Über einen Jugendausschuss werden die Kinder und Jugendlichen in die relevanten Entscheidungen möglichst einbezogen. „Das Wichtigste ist mir der Zusammenhalt meiner Truppe und die nachhaltige Jugendarbeit für den Verein und den Kegelsport, die sich nicht nur an Spitzenerfolgen messen lässt“, beschreibt Bettina Janson ihre Sicht der Dinge.
Eine vollständige Liste mit den Erfolgen der Wetzlarer Kegelsportjugend bei Hessenmeisterscharften und Deutschen Meisterschaften würde den Rahmen sprengen. Daher soll an dieser Stelle nur erwähnt werden, dass mit Johanna Theiß und „Sohnemann“ Felix zwei Aushängeschilder des KSV Wetzlar 2012 Weltmeister wurden.

Am 31. März 2017 werden die von den vier Disziplinverbänden nominierten Sportlerinnen, Sportler und Trainer(innen) des Jahres Koffer statt Sporttaschen packen: Bei der Gala des Bowling- und Kegelsports, die auch in diesem Jahr in Mahlow bei Berlin stattfinden wird, wird erstmals der im vergangenen Jahr gewählte DKB-Präsident Uwe Oldenburg – gemeinsam mit den jeweiligen Präsidenten der vier Disziplinverbände – die Ehrenpreise überreichen.

Carsten Schinke
DSKB-Pressewart